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Monday, August 17. 2009

Über den Willen

                          »Über den Willen«

Wo Wille ist, ist keine Ruh’,
wo Wünschen ist, ist immerzu
des Denkens Hin und Her,
das Plagen, Sorgen ohne End’,
mit dem der Mensch sich schier verbrennt
vor Gier nach Gut und Geld.

Wo Wille ist, hängt Lieb an Leid,
wo Wünschen ist, ist allezeit
des Fühlens Voll und Leer,
das himmelhohe Jauchzen wie
betrübt zu Tode sein und nie
gesichert in der Welt.

Wo Wille ist, ist Körperlast,
wo Wünschen ist, ist ohne Rast
des Körpers Leicht und Schwer;
die Zentnerlast schleppt man dahin,
mühsam vom ersten Anbeginn,
bis sie sich selbst zerfällt.

Wo Wille ist, ist Trennung, Schmerz,
wo Wünschen ist, ertrinkt das Herz
schier in des Scheidens Meer;
nie wieder finden läßt sich hier,
was das Vergehen raubte dir,
— nichts ist, was dauernd hält.

Wo Wille ist, droht Alter, Tod,
wo Wünschen ist, wächst Daseinsnot
mit Süchten immer mehr;
der Durst nimmt zu im Giergenuß
doch immer näher rückt der Schluß,
wo niemand was behält.

Dr. Hellmuth Hecker

DIE EINSICHT, 9. Jahrgang 1956, Heft 1/2

 ☸ ☸ ☸ ☸
Tuesday, February 17. 2009

Grenzenlos

Grenzenlos

Den größten Schatz hab ich gefunden,
nach anfanglosen Daseins-Runden.

Durch des Erwachten Lehre – das größte Glück! –
geh ich den Weg, das Ziel im Blick.

Mit Leidenstränen ward manches Meer gefüllt —
mit Staub im Auge blieb die Wahrheit doch verhüllt.

So ward geworfen ich im Dasein hin und her,
wieder und wieder ertrunken im Sinnenmeer.

Da hört’ ich des Erwachten Worte – klar und rein,
und ich erkannte: dies muß der Ausweg aus dem Leiden sein!

Tief im Herzen besann ich des Erwachten Wort
und sah das Dasein nur als Leidens-Hort:

Ich sah das Leichenfeld der Triebe,
fühlte der Bedürftigkeiten Schmerzenshiebe.

So von Erbarmen für alle Wesen ausgefüllt,
blieb nicht länger dem Gemüt verhüllt

zu schau’n Licht und Farben so strahlend schön,
wie nie zuvor mit dieses Körpers Augen ward geseh’n.

Und ganz befreit von Denken, von Dein und Mein,
zerfiel das Ich, ging ganz drin ein.

So ausgefüllt nur von wohles-strahlendem Erleben
konnt’s Welt und sinnlich Dinge nicht mehr geben.

Vergessen, nie gewesen war der Weltentraum,
nur noch beglückend der ganze Daseins-Raum:

Weder Zukunft noch Vergangenheit
ist erlebt in jener Wirklichkeit.

Und auch dieses schwand hinfort —
zu Gestilltheit – übersteigend jedes Wort.

Kein Wohl noch Weh ist hier gekannt,
kein Innen-Außen mehr benannt.

Aller Formen ganz entleert
weilt der Geist von Begrenzungen geklärt.

Durch solch Erlebens stille Frucht
schmerzt umso mehr die Sinnensucht.

Ob auch Verlangen noch der Sinne geht nach „Schönem”,
kann doch ich Sinnliches nicht wirklich mehr ersehnen.

Auch wenn der Triebe Dränge lang noch nicht versiegt,
der Weg zur Freiheit durch des Erwachten Wort zu Füßen liegt.

So will entschlossen dem Kampfe mich stellen —
des Erwachten Lehre wird auch den schwierigsten Weg erhellen.

A.B.

 ☸ ☸ ☸ ☸

Meinem Lebensgefährten gewidmet, der mich zur Lehre brachte;
Paul Debes, dem Träger der Lehre, und Ingetraut Anders-Debes;
unseren Lehrern Dr. Hellmuth Hecker und Dr. Fritz Schäfer
und allen Wesen, die diesen Weg mir ermöglichten und erhellten.

Monday, November 3. 2008

Thank you sincerely

I love you dearly,
and must have loved before
your ways, quite clearly,
in lives and lives of yore.

I cannot let you,
so long these senses last
— will not forget you,
until this world is past.

And when we meet again
beyond this human form,
there will be no need then
to weather another storm.

Will be no ‘you’ there,
and neither will be ‘me’ —
for who could be where
there are no eyes to see.

Time will set your free, dear,
when time is felt no more,
when final peace’s draw’n near,
and close the other shore.

I thank you sincerely,
for you have taught me this:
Worldly love can’t nearly
compare to Dhamma’s bliss.

H.G.P.

 

Monday, November 3. 2008

Coming home to the Buddha's Path

There’s a one-way road
that I’ve heard about
to abandon all suffering
— the only way out.

On this road, I know,
there is no returning
for those who see
„All existence is burning.”

The beings all —
in suffering they’re lost.
They’re pursuing wellbeing,
but chasing shadows at most.

They are clinging to life
well knowing it must cease,
yet hoping, pleadingly,
that somewhere they’ll find peace.

All beings, all
are trapped in birth,
their starring eyes
imperceptive to this curse.

All things arise
on conditions alone.
All that goes up
again must come down.

All life ever known
has death for its neighbor,
it’s wearing waves —
and aimless labor.

My world is upshaken
by this unheard-of insight.
Now truth must awaken,
it can no longer hide.

I take the raft yonder
to the other shore
with peace and confidence
I have not known before.

With quieted senses
there’s nothing to miss
Removed agitation —
— transcendental bliss!

There is not past, not future.
Not fear nor hope appear.
Beyond all words’ description
the mind grows boundless,
bright
and clear.
A.B.

 

Thursday, September 11. 2008

Der Dhamma Trägt

   — Ilse gewidmet
   und allen leidenden Wesen

In meinen tiefsten Seelenschmerzen
und schwer mit Leid belad’nem Herzen

kann ich in den Sinnendingen
weder Trost noch Hoffnung finden.

— Da ist nichts, was das Gemüt erhebt,
der Körper nur vor Schluchzen bebt.

Schwer trag ich an des Wirkens Last,
und alles Schöne ist verblaßt.

Wohin auch die Gedanken gehn,
nirgends kann ich eine Heimstatt sehn.

„Im Leid versunken sind die Wesen”,
so hab ich in des Erwachten Wort gelesen.

Der Worte Wahrheit muß ich nun bei mir selber schaun,
denn aus dem Leid erwächst Vertraun.

Und so erinnere ich mancher Zeiten,
da ich mich ließ durch des Erwachten Worte leiten.

Von nie zuvor gekannter Freude war mein Erleben.
So ließ ich von des Dhamma Anblick mein Gemüt erheben.

Den Ausweg aus dem Leiden durft ich darin finden:
mit des Erwachten Lehre sind alle Fesseln zu überwinden.

Von allem Wollen ist zu scheiden,
so vergeht für alle Zeit das Leiden.

Auch wenn im Daseinsfeuer
    mir die Seele und der Körper brennt,
so wird nicht verbrannt, was Dhamma kennt.

Der Dhamma trägt, das kann ich schaun,
    zum Ziele hin —
zum Erwachen aus dem Daseinstraum.

A.B.