About buddhavacana.de


hese pages are dedicated to the teaching of the Awakened One — to the word of the Buddha — and to those who’s hearts are inclined towards this teaching, and who feel a calling to follow it.
The “Buddha word” (buddhavacana) — the original teaching of the Awakened One — die ursprüngliche Lehre des Erwachten — ist uns nach Überzeugung so erfahrener Lehrnachfolger wie Paul Debes, Hellmuth Hecker oder Fritz Schäfer, die über einen großen Schatz sowohl an Lehrkenntnis als auch an eigenem tiefen Erfahrungswissen verfügen, in Gestalt des Pālikanons noch heute in einem solchen Umfange und in einer solchen inneren Widerspruchsfreiheit, Klarheit und Güte überliefert, daß noch immer der vom Erwachten gewiesene Pfad samt den durch ihn zu erlangenden Früchten all jenen offensteht, die ernsthaft ihm zu folgen — und ihn zu befolgen — bereit sind.
Bei unserem Bemühen, zum Verständnis der Existenz zu gelangen, hat das gesprochene Wort, hat die Sprache einen unvergleichlich hohen Stellenwert. Der Erwachte nennt zwei Grundvoraussetzungen, um zum Verständnis der Existenz zu gelangen (M 43, A II/60 alt):
- die „Stimme eines Anderen” und
- „auf die Herkunft gerichtete Aufmerksamkeit”
(yoniso manasikāra).
Was der Buddha lehrt, zeichnet sich dadurch aus, daß nur ein Vollkommen Erwachter es aus sich erkennen und lehren kann. — Einen Vollkommen Erwachten zeichnet aus, daß er entdeckt, was vor ihm vergessen war, weil es, ohne die Stimme eines Anderen, eines Erwachten oder eines durch einen Erwachten Belehrten vernommen zu haben — von einem unbelehrten, einem gewöhnlichen Menschen also — nicht erkannt werden kann. Ohne demnach diese „Stimme eines Anderen” — nämlich die des Buddha in Form seiner Lehre — vernommen zu haben, und ohne die so vernommene Mitteilung mit tiefem Ernst erwogen zu haben, ist es nicht möglich, kann es nicht sein, daß einer zum Verständnis der Existenz gelangen könnte.[1]
Um eine Sache ernstnehmen zu können, muß ich sie mir begreiflich — begrifflich greifbar machen; ich muß mir einen Begriff von ihr bilden: ein sprachliches Abbild. Darum ist die so wichtige auf die Herkunft gerichtete Geistestätigkeit unerläßlich angewiesen auf die Verfügbarkeit treffender sprachlicher Benennungen (nāma). Denn wofür ich keinen Begriff habe, davon kann ich mir keinen Begriff machen, kann es nicht greifen: es ist mir unbegreiflich; wofür ich keinen Begriff habe, mit dem ich es bezeichnen könnte, das kann ich nicht denken — es ist mir un-denkbar. Und was mir undenkbar ist, dessen werde ich nicht gewahr.[2]
Nehme ich andererseits die mir vertrauten und gewohnten Begriffe, denen ich traue und in denen ich gedanklich wohne, als selbstverständliche Gegebenheit, als eine von selbst verständliche und somit nicht weiter zu hinterfragende Tatsache (dhātu), als ein Element »der Realität« an sich, so kann mir daraus eine Binde werden, die meinen Blick an das vor Augen Liegende fesselt und am Durchdringen und Durchschauen des Scheins der Erscheinungswelt hindert.
in besonderes Anliegen der an diesen Seiten Mitwirkenden ist es, jene Begriffe, welche die in unserer eigenen Existenz wie in der Lehre des Buddha zentralen Themen- und d.h. Erlebensbereiche benennen, ihre Elemente definieren, sie gegeneinander abgrenzen und ihr Verhältnis zueinander — die Bedingungen ihres Entstehens und Vergehens — beschreiben, mit möglichster Sorgfalt zu verwenden und darüber hinaus, wo und wann immer möglich, der in unserer Alltagssprache oft nur halb bewußt verwendeten Begrifflichkeit selbst nachzuspüren und ihr auf den Grund zu gehen.
Damit verbunden ist die Hoffnung, einen Beitrag — wenn auch einen noch so geringen — zur Durchdringung und Durchschauung eben jenes Scheins zu leisten, der die Erscheinungswelt ausmacht und die Wesen an sie, und damit an das, was letztlich zu nur immer neuem Leiden führt, bindet.
Die Lehre des Erwachten — nämlich vom Leiden und der Überwindung des Leidens — ist die Lehre vom Bewußtsein samt den es ausmachenden Bewußtseinsinhalten „Welt” und „Ich” und von deren beider abhängigem Zustandekommen und restlosem Vergehen.[3] — Sie ist ein unvergleichliches Juwel.
Vielen zum Segen, vielen zum Wohle ist der Erwachte in der Welt erschienen, vielen zum Segen, vielen zum Wohle hat er seine Lehre dargetan, vielen zum Segen, vielen zum Wohle wirken jene, die erst aus Vertrauen, dann aus Einsicht und bald aus Erfahrung jener Lehre nachfolgen, sie an sich zu verwirklichen beginnen und sodann anderen mitteilen. Mögen viele Wesen in diesen dreien Zuflucht finden.
1) Es besteht nur ein scheinbarer Widerspruch dieser Aussage zur Lehre über die Einzelerwachten (paccekabuddha). Der Erwachte sagt (S 56,5), wer auch immer dem Leiden ein Ende bereite, ob heute, in der Vergangenheit oder in der Zukunft, der tue dies auf die vom Erwachten aufgezeigte Weise — demnach auch Einzelerwachte. Obgleich diese also auf eben die vom Buddha beschriebene Weise den Ausweg aus dem Leiden für sich und durch sich selbst verwirklicht haben, sind sie dennoch nicht durchgedrungen zum Verständnis des von ihnen beschrittenen Weges, und sind nicht durchgedrungen zum Verständnis der Existenz. Eben darum sind sie auch nicht in der Lage — unabhängig davon, ob sie dies wollten oder nicht —, andere über den Weg aus allem Leiden zu belehren. 
2) Der Einwand, zum Gewahrwerden bedürfe es nicht notwendig der Sprache, ist hier insofern unberechtigt, als unser Gegenstand ja gerade die Sprache ist. In-so-fern ich mich der Sprache bediene, mich in sprachlichen Bahnen bewege, ist mir undenkbar, was ich nicht benennen kann, denn — und dies ist der eigentliche Kern der Sache — ich werde in aller Regel nicht bemerken wie sehr und mit welch Selbstverständnis ich einen gewählten Begriff als mit der Sache identisch betrachte. Erst ein Geheilter, ein Erwachter, unterliegt dieser Täuschung in keiner Weise mehr. Besonders deutlich wird dies bei einer ganzen Anzahl zentraler Begriffe der Lehre, wenn wir erkennen, daß sich etwa im Englischen, der im Westen dominanten „buddhistischen” Sprache, für einige uns geläufige Benennungen zentraler Lehrdinge keine sprachlichen Entsprechungen — und auch keine ihnen entsprechenden Denkweisen — finden lassen.
Dieser Umstand muß sich unumgänglich auswirken zum einen auf die Auffassung von dem betrachteten Gegenstand (dhamma) — womit man es zu tun habe — und sodann auf das Verständnis des auf diese Weise aufgefaßten Gegenstandes — was es damit auf sich habe. 
3) Auf die Frage Upatissas (Upatissa-pasine, Mahavagga I.23.5) — als Hauptjünger des Buddha später bekannt geworden unter dem Namen Sāriputto —, was sein Lehrer, der Asket Gotamo, lehre, antwortete Assaji, einer der fünf ersten Mönche des Buddha, eben heilig geworden:
»Ye dhammā hetuppabhavā
tesam hetum tathāgato āha
tesañca yo nirodho
evamvādī mahāsamano«.
Die lyrische, jedoch nicht ganz wörtliche, deutsche Übertragung von Dr. Julius Dutoit lautet:
»Die Dinge, die bedingt entstanden,
die Ursachen, die sie entbanden
und wie ihr Schwinden vor sich geht,
lehrt der gewaltige Asket.«
...während eine wort- wie sinngetreuere Übersetzung lauten könnte:
»Die Dinge sind durch Ursach fest bestanden,
deren Ursach, sagt, der Soheit hat gefunden,
und deren jedes Untergehn zudem.
Ein solcher Disputant ist der Asket aus Sakyer-Land.«
Dieser knappe 4-zeilige Ausspruch reichte Upatissa Sāriputto aus, zum Stromeintritt zu gelangen — dem wichtigsten Ereignis in der Existenz. Ihm „ging das klare, reine Auge der Wahrheit auf” und er erkannte: „Was immer auch entstanden ist, muß alles wieder untergehn”. Die Dinge — jedwedes Ding — sind ursachbedingt entstanden, und mit ihnen das Bewußtsein von ihnen. Bewußtsein und Bewußtseinsinhalte, lehrt der Erwachte (S 12,44), erstehen in gegenseitiger Abhängigkeit voneinander. Bewußtsein kann immer nur Bewußtsein von Bewußtseinsinhalten sein. Und wo irgend von ‘etwas’ gesprochen werden kann, da ist dieses Etwas ein Bewußtes — Bewußtseinsinhalt.
Es sind aber, so Assaji, laut dem Erwachten nicht bloß (1.) alle Dinge (ye dhammā) sondern auch (2.) deren Ursache (tesam hetum) und (3.) deren aller [sic!] Ver-gehen (tesañca yo nirodho) hetuppabhavā: durch Ursach fest bestanden. — Womit deren Bestand nur ein scheinbar fester und in Wirklichkeit Un-bestand (anicca) ist. Was heißt das?
Wer nicht dem Vernichtungsglauben anhängt (und ein Brahmane und jeder religiöse Mensch tut das im Grunde seines Herzens nicht), indem er — was sich gleich bleibt — entweder vom bloßen Zufall als »Weltenlenker« ausgeht oder von einem mechanistischen „Naturgesetz”, in jedem Fall aber von einem seelenlosen Vorgang ohne ursächliche Beziehung zwischen dem Wirken des Erlebers und dem ihm begegnenden Außen, der mag — insbesondere der Brahmane — von einem ewigen Weltengrund, dem unbewegten Beweger, eben von einem Schöpfer, Brahmā, Gott ausgehen, der — selbst ohne Ursache — Ursache von allem ist (und damit ‘Herr über alles’ (sahampati)). Dieser vermeintliche Welten-grund wäre — da un-bedingt — un-veränderlich (nicca), ewig sich selbst gleich (atta).
Wenn aber alles — alle Dinge und die Ursache aller Dinge — ursachbedingt ist, dann kann die Annahme dieses, des einen Urgrundes nicht bestehen. Wäre ein Un-bedingtes, Un-abänderliches Ursache der Dinge, nämlich von Welterleben — somit von Veränderlichkeit, somit von Leiden —, dann könnten Wandelbarkeit und Leidhaftigkeit niemals zu einem Ende gelangen, eben weil deren Ursache un-bedingt und un-abänderlich wäre. Ein Tod-loses, gedacht als Eins-werdung mit dem Ur-grund, der doch zugleich ewig unabänderlicher Quell vergänglichen Da-seins ist, kann nicht wahrhaft als das Todlose gelten. Die Vorstellung des Da-seins als der Gestalt und Verkörperung eines ewigen Seins-an-sich (sat-kāya, 1. Fessel) ist dem Denken eine unüberwindliche, da unsichtbare, Hürde. Diese Hürde und Fessel entbarg sich Upatissa durch Assajis Worte. 








